„Gegen das Vergessen“ – Studienfahrt nach Auschwitz
Vom 02.03 bis 06.03 2025 fuhren 30 Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 nach Oświęcim. Die Teilnehmenden hatten sich bereits vor der Auschwitzfahrt mit ihren Lehrern Anita Moor und Markus Kaufman ein halbes Jahr ausführlich mit der Thematik beschäftigt und auf die Fahrt vorbereitet. Dieses Wissen half ihnen, den Ort besser zu verstehen.
Kurz nach der Ankunft sahen sie den Film „Die Befreiung von Auschwitz“, der Originalaufnahmen sowjetischer Soldaten im Januar 1945 zeigt. Spätestens nach diesen drastischen und grausamen Bildern wurde allen klar, dass die bevorstehenden Tage nicht einfach werden.
An den ersten beiden Tagen führten die Zehntklässlerinnen und Zehntklässler gemeinsam mit ihren Lehrern Markus Kaufmann, Anita Moor und Tanja Kunzmann jeweils eine 4-stündige Führung im Stammlager sowie im Vernichtungslager in Birkenau durch. Dort konnten sie die Spuren und Zeugnisse des systematischen Massenmordes mit eigenen Augen erkennen und nachvollziehen.
An den Nachmittagen wurden die Lernenden jeweils in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe schaute sich im Kloster in Harmeze eine Kunstaustellung an, die der Überlebende Marian Kołodziej geschaffen hat. Er wurde 1940 als politischer Gefangener mit der Häftlingsnummer 432 in Auschwitz interniert und verbrachte fünf Jahre in verschiedenen Konzentrationslagern. Jahrzehntelang sprach er kaum über seine Erlebnisse in den Lagern. Erst nach einem Schlaganfall begann er, seine Erfahrungen künstlerisch aufzuarbeiten. Diese beeindruckende Sammlung von Zeichnungen und Installationen zeigt seine traumatischen Erlebnisse und die Schrecken des Holocaust. Währenddessen nahm die andere Gruppe an einer Stadtführung in Oświęcim teil, um den Spuren der deutschen Besatzer auch hier nachzugehen. Jeder Tag endete mit einer Reflexion, in der die Schülerinnen und Schüler über ihre Gefühle und Sorgen sprechen konnten, um das Erlebte zu teilen und besser zu verarbeiten. Zusätzlich wurde Wichtiges schriftlich, aber auch skizzenhaft in einem persönlichen Tagebuch festgehalten.
Am dritten Tag fuhr die Gruppe dann nach Krakau, um bei sonnigem Wetter erleben zu können, wie im belebten jüdischen Viertel der Stadt ein friedliches und freies Miteinander der Religionen und Kulturen aussehen kann. Außerdem hatten alle einige Stunden Freizeit, um die Stadt auch auf eigene Faust besser kennenzulernen.
Am letzten Tag wurde gemeinsam eine Gedenkfeier gestaltet, bei der an die Opfer des Holocaust gedacht wurde. Anschließend wurden an der Judenrampe bemalte Steine und getrocknete Blumen abgelegt. So konnte bewusst von der Fahrt und dem wichtigen Thema Abschied genommen werden.
Insgesamt war die Fahrt sehr emotional. Die Teilnehmenden setzten sich mit einem der dunkelsten Kapitel der Menschheit auseinander und trugen so dazu bei, dass das Schicksal unzähliger Opfer nicht in Vergessenheit gerät. Ein besonderer Dank gilt der Sanddorf-Stiftung und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, die diese Fahrt mit großzügigen Fördergeldern unterstützen und so eine Teilnahme aller interessierten Schülerinnen und Schüler möglich machte.


