Ein Gesicht, eine Haltung: Demokratie sichtbar machen

Im Rahmen der Aktionswochen „Demokratie leben und lernen“ haben die Klassen 8a und 8c in einem fächerübergreifenden Projekt aus Gesellschaftslehre und Kunst gezeigt, wie persönliche Erfahrungen und demokratische Werte zusammenhängen können. Das Projekt wurde von Ysabel Bölling (Kunst) und Tobias Oschmann (Gesellschaftsehre) initiiert und begleitet. Ausgangspunkt waren Alltagssituationen, die die Jugendlichen selbst kennen: Freundschaften, Streit, Ausgrenzung, Zusammenhalt oder das Gefühl, gehört zu werden.

Im Gesellschaftslehre – Unterricht sprachen die Schülerinnen und Schüler zunächst über solche persönlichen Erlebnisse. Gemeinsam wurde erarbeitet, welche Werte in diesen Situationen eine Rolle spielen. Aus Begriffen wie Respekt, Vertrauen oder Fairness entwickelten die Klassen im nächsten Schritt ein Verständnis für grundlegende demokratische Werte wie Gleichberechtigung, Mitbestimmung und Solidarität. Die Schülerinnen und Schüler entschieden sich für einen Wert, mit dem eine persönliche Haltung verbunden wird.

In einem künstlerischen Exkurs wurde anschließend der Blick auf Street Art gerichtet. Die Jugendlichen untersuchten Kunst im öffentlichen Raum als Form der Meinungsäußerung. Anhand ausgewählter Werke der Künstler Shepard Fairey und Banksy wurde gemeinsam erarbeitet, wie Gestaltung zur Aussage wird. Dabei standen Reduktion, Kontrast, bewusster Farbeinsatz und eine klare, plakatartige Typografie im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler erkannten, dass Bilder im öffentlichen Raum schnell erfassbar sein müssen und dass wenige, gezielt eingesetzte Mittel oft eine starke Wirkung erzielen.

In der praktischen Umsetzung entstanden schließlich eigene Plakate. Grundlage war ein selbst aufgenommenes Porträtfoto. Dieses wurde grafisch vereinfacht und durch Tontrennung in klare Flächen überführt. Mit Hilfe von Schablonentechnik gestalteten die Jugendlichen kontrastreiche Selbstporträts. Die Farbwahl wurde bewusst auf wenige ausdrucksstarke Töne beschränkt und mit dem gewählten demokratischen Wert abgestimmt. Ergänzt wurden die Arbeiten durch eine typografisch gestaltete Aussage, die den persönlichen Wert sichtbar macht.

So sind individuelle Plakate entstanden, die persönliche Erfahrungen, künstlerische Gestaltung und demokratische Grundideen miteinander verbinden. Die Arbeiten zeigen, dass Demokratie nicht abstrakt bleibt, sondern im Alltag beginnt und durch Haltung und Mitgestaltung lebendig wird.

Ein Gesicht, eine Haltung: Demokratie sichtbar machen
Die Ergebnisse des Projektes