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Studienfahrt nach Auschwitz

Studienfahrt nach Auschwitz

Zeitzeuge Ignacy Arthur Krasnokucki

Der Zeitzeuge Ignacy Krasokucki erzählt den Zehntklässlern von seinen schrecklichen Erlebnissen

Es ist absolut still im Raum, als Zeitzeuge Ignacy Krasokucki sein Leben im Getto von Lodz und in verschiedenen Konzentrationslagern beschreibt. Noch immer hat der 89jährige polnische Jude Schreckensszenen im Kopf: Mütter wollen ihre Kinder nicht an die nationalsozialistischen Schergen abgeben. Im Kampf kommen einige Kinder um. Am eindrücklichsten ist Krasokucki der Hungertod der eigenen Mutter haften geblieben. Er sah danach keinen Sinn mehr in seinem Leben. Er lebt jedoch bis heute, weil Freunde ihn nicht im Stich ließen. So gibt Krasokucki ein Zeugnis von Brutalität und Gewalt, zu der Menschen fähig sind, aber auch von Zusammenhalt und Menschlichkeit, die ihm das Leben retteten. Aus seinen Erzählungen erfahren die Schülerinnen und Schüler, wie das Erlebte ihn immer wieder einholt.

„Wer die Vergangenheit nicht kennt, ist verurteilt sie zu wiederholen.“ Diese Worte des Philosophen George Santayana finden die Jugendlichen in einer Ausstellung im Stammlager Auschwitz. Das, wovor Santayana warnt, wird den Zehntklässlern im Gedächtnis bleiben, so etwas wie Auschwitz darf nie wieder geschehen.

Gruppenbild in der internationalen Begegnungsstätte

Zehntklässler mit ihren Lehrerinnen Frau Hartung, Frau Heinemann und Frau Zächerl in der internationalen Begegnungsstätte

Die Schülerinnen und Schüler verbringen eine ganze Woche in Polen. Diese vergeht schnell, denn für die Jugendlichen wurde ein umfangreiches Programm zusammengestellt: Stadtführung in Oswiecim, Führung im Stammlager Auschwitz und im Außenlager Birkenau, Besuch des Gedächtnislabyrinths des Malers und Zeitzeugen Marian Kolodziej, Zeitzeugengespräch, Begegnung mit polnischen Schülerinnen und Schülern, Gedenkfeier an der Todeswand, Besichtigung der Nationenausstellung, Work-Shop zu Henryk Mandelbaum, Tagesausflug nach Krakau sowie jeden Abend Gespräche und Reflexion des Erlebten. Die Jugendlichen wurden von ihren Lehrerinnen M. Hartung, U. Heinemann und H. Zächerl begleitet. Sie erlebten die Studienfahrt als eine sehr intensive Zeit, die sie mit den Jugendlichen verbringen durften. Kunstlehrerin Zächerl startete in Oswiecim ein Kunstprojekt zum Gedächtnislabyrinth Kolodziejs, das in den Schulenwettbewerb „Trialog der Kulturen“ eingebracht werden soll. Dank sei der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und dem deutsch-polnischen Jugendwerk gesagt, die die Gedenkstättenfahrt finanziell unterstützen.