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Besuch im Gießener Stadttheater

Besuch im Gießener Stadttheater

Theater Gießen

Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 9 der EKS zusammen mit ihrer Lehrerin Frau Kartschall vor dem Stadttheater in Gießen

Im Rahmen des Wahlpflichtunterrichtes im Jahrgang 9 der Erich Kästner Schule fand eine Fahrt zum Stadttheater Gießen statt. 14 Schülerinnen und Schüler des Kurses „Darstellendes Spiel“ und vier weitere Mitschüler aus dem Jahrgang 9 sahen mit Kursleiterin Frau Kartschall  das Theaterstück „Ab heute heißt du Sara“  zum  Thema „Judenverfolgung im Nationalsozialismus“. Die Jugendlichen wollten sich Ideen und Anregungen für ein zu entwerfendes Theaterstück holen, welches sie im Rahmen des Schulenwettbewerbs „Trialog der Kulturen“ aufführen wollen.

Das Theaterstück stellte in 33 Bildern die Kindheit und Jugend der Berliner Jüdin Inge Deutschkron von 1933-1945 dar, die mit ihrer Mutter den Holocaust überlebte. Grundlage des von Volker Ludwig geschriebenen Stückes, das vor 25 Jahren in Berlin uraufgeführt wurde, ist die Autobiographie von Inge Deutschkron „Ich trug den gelben Stern“.

Die Theaterbesucher überzeugte vor allem die schauspielerische Leistung von Mirjam Sommer in der Rolle von Inge Deutschkron. Als elfjähriges Mädchen konnte sie die Ausgrenzung der Juden nicht verstehen und es fiel ihr schwer, sich mit Vorsicht im Alltag zu bewegen. Nur dem Vater gelang 1939 die Ausreise nach England, Inge und ihre Mutter konnten sich in wechselnden Verstecken der drohenden Verhaftung und Deportation entziehen. Sie wurden von mutigen Menschen wie dem Berliner Bürstenfabrikanten Otto Weidt oder Inges Freund Hans Freudenthal unterstützt. Inge entwickelte sich zu einer mutigen und verantwortungsvollen jungen Frau, deren Einfallsreichtum so manche schwierige Situation rettete. Im ausgebombten Berlin konnten sich die beiden Frauen in den Flüchtlingstransporten neue Papiere besorgen und so die letzten Monate des Krieges überleben.

Ein aufgerissener Davidstern bot ein eindrucksvolles Bühnenbild und ermöglichte mittels einer Drehbühne schnelle Szenenwechsel. Selbst eine Live- Band fehlte nicht, welche die zwischen den Szenen gesungenen „Zeitlosen Lieder“ begleitete.

Es war eine gelungene Aufführung, die den Schrecken und die Angst jener Zeit spüren ließ sowie einige Fragen zum Thema „Ausgrenzung und Verfolgung der Juden“ beantwortete.

Jaqueline Kollas (9b)