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2013

Auschwitz erinnern – bewegende Studienfahrt nach Polen

„Du bist mit dem Leben davongekommen, nicht um zu leben. Du hast wenig Zeit, man muss Zeugnis ablegen.“ Diese Worte stellte der Künstler Marian Kolodziej über seine Ausstellung „Gedächtnislabyrinth“ im Kloster Harmeze in der Nähe des Konzentrationslagers Auschwitz. Dass die Zeit, um Zeugnis abzulegen, knapp ist, konnten 17 Schülerinnen und Schüler der EKS in Oswiecim/Polen hautnah erleben. Der 1926 geborene Zeitzeuge Waclaw Dlugoborski sagte kurzfristig wegen Krankheit ab und kam dann doch einen Tag später, um den jungen Baunatalern von seinen Erfahrungen als politischer Häftling im Konzentrationslager zu berichten. Der polnische Professor ist einer der letzten deutschsprachigen Zeitzeugen, die in der Nähe des ehemaligen Konzentrations-und Vernichtungslagers Auschwitz leben.2013-2

Dlugoborski erzählte von den schrecklichen Lebensbedingungen im Lager und wie ihn letztlich eine schwere Krankheit rettete, da er danach im Krankenbau unter besseren hygienischen Bedingungen arbeiten durfte. Eindringlich warnte Dlugoborski die Jugendlichen vor jeder Form totalitären Denkens.

Die 10. Klässler verbrachten mit ihren Begleitlehrern Marianne Hartung und Sven Krugmann eine intensive Zeit in der Internationalen Begegnungsstätte in Oswiecim. Die jeweils 3 ½ stündigen Führungen durch das Stammlager Auschwitz und das Außenlager Birkenau gingen unter die Haut, nicht weniger die Ausstellung in Harmeze, die der Auschwitz-Überlebende Kolodziej erst mit 73 Jahren anfertigte. Zwei Bilder sind den Schülern besonders im Gedächtnis geblieben:

  • eine große Wandtafel mit Menschenköpfen, die erst ein Gesicht haben, dann eine Nummer und schließlich die Farbe des Todes annehmen und
  • die Darstellung von Gefangenen, die andere Häftlinge füttern, weil diese nicht mehr fähig sind, alleine zu essen oder angesichts der Hoffnungslosigkeit aufgegeben haben.

Auschwitz-Überlebender Dlugoborski bestätigte diese im zweiten Bild dargestellte Erfahrung: Man brauchte Freunde um zu überleben.

Eine Besonderheit während der diesjährigen Studienfahrt war, dass die Baunataler Gruppe eine Filmerlaubnis erhalten hatte. Sven Krugmann wird mit einer Gruppe von Schülern einen Film fertig stellen, der dann in den Klassen 8 und 9 gezeigt werden soll.

Beide Lehrer konnten sich über eine sehr engagierte und hoch motivierte Lerngruppe freuen, ebenso darüber, dass der Kontakt zum Konarsky-Lyceum, einem Oberstufen-Gymnasium in Oswiecim intensiviert werden konnte.
Die Woche in Polen wird von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk/Aktion Sühnezeichen gefördert.

Die Studienfahrt wird von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, von dem Deutsch-polnischen Jugendwerk und vom Förderverein der Erich Kästner Schule bezuschusst.

Marianne Hartung

 

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